Internet im Auto: Innovation mit Tücke

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Unter Autofahrern wächst das Bedürfnis nach einem Internetzugriff im Pkw. Die Autohersteller haben reagiert und bieten bereits Lösungen an. Doch die Sicherheit kann durch die Webnutzung stark beeinträchtigt werden.

Für den Großteil der Menschen ist das Internet längst unverzichtbar geworden. Früher waren es überwiegend Berufstätige und junge Menschen, die mit dem Web zu tun hatten. Doch in den letzten Jahren hat sich einiges getan, nahezu Jeder möchten ununterbrochen auf das Internet zugreifen können.

Selbst Senioren bilden keine Ausnahme mehr. Zwar ist es noch lange nicht so, dass alle Senioren das Internet nutzen, doch der Anteil der „Silversurfer“ ist zuletzt deutlich gestiegen. Der moderne Rentner nutzt das Internet sogar äußerst aktiv, vor allem für online Einkäufe und um sich zu informieren. Das gilt ebenfalls für den Internetzugriff im Auto – das Interesse für diese Art des mobilen Internets besteht allen voran bei 40- bis 49-Jährigen wie eine Studie von Autoscout24 belegt.

Internet wird auch im Auto gewünscht

Es gibt Bereiche, in denen der Zugriff auf das Web stark eingeschränkt sein kann. Dies traf bislang auch für das Auto zu. Wer unterwegs auf das Internet zugreifen möchte, muss ein Smartphone mit entsprechendem Datentarif besitzen – zumindest war das bislang so. Die Autohersteller arbeiten nämlich mit großem Eifer daran, einen komfortablen Webzugriff für unterwegs sicherzustellen.

Erste Lösungen kamen bereits vor einigen Jahren auf den Markt, waren aber fast ausschließlich in den Fahrzeugmodellen der Oberklasse zu finden. Seither hat sich jedoch eine Menge getan, mehrere Autohersteller arbeiten inzwischen mit Hochdruck daran, ihre Lösungen für den Internetzugriff in die anderen Fahrzeugklassen zu portieren.

Lösungen der Autohersteller

Hierbei wird auf die unterschiedlichsten Systeme gesetzt. Eine einfache Lösung verkörpern kleine WLAN-Netzwerke: Das Fahrzeug stellt den Insassen ein Netzwerk zur Verfügung, in das sich Nutzer mit ihren bestehenden Geräten einklinken. Die eigentliche Internetverbindung wird über ein Mobilfunknetz sichergestellt, dessen Datenrate sich die Insassen dann teilen müssen.

Auf die Displays der Fahrzeugkonsolen hält das Internet ebenfalls Einzug. Weil die Fahrzeugdisplays seit Jahren immer größer werden, ist es mittlerweile problemlos möglich, darauf Daten aus dem Web darzustellen – sogar Webbrowser lassen sich integrieren. Hinzu kommen spezielle Apps, welche beispielsweise die Nutzung sozialer Netzwerke – wie Facebook – gestatten.

Wenn das Web zur Bedrohung wird

Experten für Verkehrssicherheit betrachten die gegenwärtige Entwicklung jedoch kritisch. Das wesentliche Problem ist die Ablenkung, die vom Internet ausgeht – besonders für Fahrer. Diese unterschätzen wiederum die Gefahr. Dabei ist das Risiko groß. Wer zum Beispiel mit einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde unterwegs ist und seinen Blick nur zwei Sekunden lang einem Display widmet, legt schon fast einhundert Meter im Blindflug zurück.

Im Übrigen belegen diverse Untersuchungen, dass die tatsächliche Ablenkung noch viel größer ist. Schon vor Jahren wurde ermittelt, wie sehr Autofahrer abgelenkt werden, wenn sie mobile Navigationssysteme während des Fahrens bedienen. Die Ergebnisse waren bedenklich: Einige Teilnehmer des Tests legten selbst im dichten Großstadtverkehr mehrere hundert Meter zurück, ohne dabei das Verkehrsgeschehen auch nur annähernd zu erfassen.

Nach Handy und Navi scheint sich das Internet zur nächsten großen Gefahr zu entwickeln. Die Frage lautet nun, wie sie in den Griff zu bekommen ist. Ein Verzicht auf die Bereitstellung des Internetzugriffs kommt für die Autohersteller nicht in Frage. Gerade weil so viele Kunden dieses Ausstattungsmerkmal wünschen, müssen sie andere Lösungen finden.

So wäre es beispielsweise möglich, die Nutzung auf dem Borddisplay einzuschränken, sodass ein Webzugriff nur noch besteht, solange der Pkw nicht fährt. Ebenfalls könnten Headup-Displays und Sprachsteuerungen die Sicherheit erhöhen. Allerdings dürfte es noch lange dauern, bis diese Lösungen zu attraktiven Preisen verfügbar sind.

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